Gefrorener elfischer Norden
Nördlich von Gildglade liegt kein elfisches Königreich, sondern ein elfischer Rest: Städte, Haine und lebende Architektur, eingefroren in einem kontinentalen Sarkophag, während ein Teil dieses alten Systems inzwischen wieder in die Menschenwelt hineinwächst.
Der Norden, der sich erinnert
Der Gefrorene elfische Norden ist die Region, in der Aurelions verschwundene elfische Zivilisation noch als Geografie sichtbar ist. Die Quelle beschreibt den hohen Norden als Geburtsort der Elfen, wo Städte und Haine durch Spiegeleis, lebende Architektur und elementares Weben statt gewöhnlichem Mauerwerk entstanden. Nach dem Zusammenbruch der elfischen Zivilisation wurde diese Landschaft nicht zu einem üblichen Ruinenfeld. Sie fror ein. Türme, Brücken, transparente Bögen und Wälder liegen im Eis begraben, als sei die ganze Region ein Sarkophag und nicht bloß ein Land, das seine Bevölkerung verlor.
Die extreme Kälte bewahrt und schützt das Archiv zugleich. Nur wenige Forscher erreichen die tieferen Ruinen, sodass alte Artefakte und Strukturen physisch vorhanden, politisch aber unzugänglich bleiben. Deshalb sollte der Norden nicht als fortbestehender elfischer Staat beschrieben werden: Es gibt keine kontinuierliche Regierung, Bevölkerung oder gewöhnliche Nachfolgezivilisation. Was überlebt, ist in Ort, Material und Funktion eingebettete Erinnerung – im Einklang mit der breiteren Darstellung des Codex, nach der Elfen in den Systemen aufgingen, die sie einst kontrollierten.
Die gegenwärtige Gefahr besteht darin, dass Bewahrung zu Aktivität geworden ist. Mit dem Aufstieg der Goldenen Ordnung erwachte ein Teil des alten Waldes wieder und verschlang Gildglades nördliche Bezirke. Wurzeln und Kronen drangen in Straßen ein, Gebäude wurden zu überwachsenen Strukturen, die sich scheinbar daran erinnerten, Paläste gewesen zu sein, und die bewohnte Stadt zog sich in ihre südlichen Küstenviertel zurück. Die Grenze zwischen gefrorenem Archiv und lebender Invasion ist daher nicht mehr stabil.
Jenseits des gefrorenen Waldes liegt das Eisarchipel mit eigenem Volk, eigener Kometentradition und gewalttätiger Priesterschaft; beides darf nicht zu einer Kultur verschmolzen werden. Der Gefrorene Norden gehört zur elfischen Vorgeschichte und zum Überleben landschaftlicher Erinnerung. Das Archipel gehört späteren, von Menschen abstammenden Seefahrerkulturen, die in dieser Kälte leben. Gildglade liegt zwischen ihnen und dem übrigen Velmir, sodass jedes nördliche Wiedererwachen zugleich ein archäologisches Ereignis und eine unmittelbare urbane Bedrohung ist.